Wie Google die Bounce-Rate nutzt, um Ergebnisse von Nutzer blockieren zu lassen

von ludwig am 14. November 2011 · 12 comments

Ist mir vor einigen Tagen mal aufgefallen und wollte es mal kurz hier festhalten, da ich dazu noch nichts gelesen hatte bisher:

Klickt man in Google einen Suchtreffer an und wechselt nach wenigen Sekunden von der Zielseite zurück zu Google – erscheint innerhalb des Snippets in rot ein Link Alle Ergebnisse von www.beispielseite.de blockieren“:

Google nutzt Bouncerate Wie Google die Bounce Rate nutzt, um Ergebnisse von Nutzer blockieren zu lassen
Aus rot wird blau:
Sehr schön umgesetzt finde ich, dass die Textfarbe des blockieren-Links nach 2-3 Sekunden verblasst:

Google alle Seiten ausschliessen Wie Google die Bounce Rate nutzt, um Ergebnisse von Nutzer blockieren zu lassen

Kurze Verweildauer als Hinweis auf schlechte User Experience?

Die Wirkung des Blockierens durch Nutzer als Rankingfaktor ist sicherlich marginal, wenn überhaupt. Dennoch: tritt es gehäuft auf, oder massiv häufiger, als alle anderen Seiten dieser SERP oder Peergroup – warum sollte Google dieses Signal der Nutzer ignorieren? Ist ja quasi wie ein Dislike-oder -1 oder Panda-Alarm-Button in der SERP.

Interessant ist auch, sich mal anzuschauen bis zu welcher Verweildauer auf der Zielseite dieser Link überhaupt erscheint. Ein kleiner, per Hand gestoppter Test ergab folgendes:

  • 5 Sekunden Verweildauer: ja
  • 15 Sekunden Verweildauer: ja
  • 25 Sekunden Verweildauer: ja
  • 30 Sekunden Verweildauer: nein

Also wenn der Nutzer eine halbe Minute auf der Seite verbracht hat, geht Google davon aus, dass er kein Interesse hat, diese Seite künftig von den ihm präsentierten Suchergebnissen auszuschließen.  Passt meines Erachtens sehr schön zu Googles Statement auf der Pubcon 2011:

Die Bounce-Rate einer Webseite wird in verschiedene Grade (Zeit bis zum Absprung) unterteilt”

Für Google-News-Interessierte

Bei Klicks auf Artikel in der News-Onebox erscheint der Link nicht, wäre ja auch Quatsch- wenn ein News-Leser unter einer halben Minute zurück-bounced kann das ja auch heissen, dass er sein Informationsinteresse befriedigen konnte.


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12 comments

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1 Viktor November 14, 2011 um 12:49

Wie misst Google wohl die Bounce Zeit?? Cookies?
Und ist es dann sinnvoll die eigene Absprungzeit in Analytics auf 30sek zu stellen? Quasi das gleiche zu tracken, was Google als Absprung bezeichnet?!

Antworten

2 ludwig November 14, 2011 um 14:28

Gute Idee das mit der Bounce Rate in GA – vorher würde ich aber das Thema noch etwas weiter beobachten, ob sich das erhärtet bzw. noch weiter konkretisiert in der nächsten Zeit.

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3 Simon November 14, 2011 um 13:08

Das war mir auch schon aufgefallen. Doch der Link wird auch noch nach 45 Sekunden angezeigt, wenn man über den “zurück”-Button zur Google Suche zurück kehrt. In diesen 45 Sekunden ist es egal, ob man auf der Seite liest oder noch weitere Websites anklickt – also in Wirklichkeit gar keinen Bounce verursacht.

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4 ludwig November 14, 2011 um 14:23

bei mir wurde der Link mehrfach ab ca. 30 Sek Verweildauer nicht mehr angezeigt. Hab es eben nochmal getestet – und es ging mir wie dir, auch nach mehr als 30 Sek. wurde der rote Link angezeigt. Wenn das so wäre wie du schreibst, wäre die Funktion auf jeden Fall deutlich weniger elegant umgesetzt, als von mir vermutet und würde auch bei Nicht-Bounces (Nutzer hat mit Website interagiert) anschlagen.

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5 Frederik November 14, 2011 um 14:07

Es wäre ziemlich krass, wenn eine Seite “abgestraft” wird, nur weil jemand nicht länger als 10, 20 Sekunden drauf war.

Mehr als einen groben Überblick bekommt man so doch nicht.

Allerdings ist die Grundidee toll, denn so könnte man den Suchmaschinen tatsächlich beibringen, die Ergebnisse auszuliefern, die der Suchende am besten gebrauchen kann.

Ohne massiv “brisante” Nutzerdaten zu sammeln, bringt das alles jedoch nix :-)

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6 ludwig November 14, 2011 um 14:39

Von “Abgestraft” würde ich nicht sprechen. Ist sicherlich nur ein Faktor von vielen – aber gerade bzgl. Panda wird ja viel in Richtung Nutzerverhalten als Ranking-Faktor spekuliert – in diesem Kontext würde ich das betrachten.

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7 Monika November 14, 2011 um 14:50

Was ich auch sehr interessant finde und mir schon ziemlich oft in letzter Zeit aufgefallen ist. Das was auf Platz 1 war und ich angeklickt habe, rückt nach unten, wenn ich wieder zu Google zurückkehre. Stattdessen ist dann eine andere Seite auf Platz 1.

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8 ludwig November 14, 2011 um 14:53

ernsthaft? Langsam übertreiben sie aber mit der Freshness ;-)

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9 missmargreat November 15, 2011 um 09:59

…aber eine spitzen methode, um die (gefühlte) usability einer seite zu verifizieren!

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10 Sigrid Januar 23, 2012 um 14:23

Interessanter Artikel, bin jetzt erst durch die Erwähnung bei Radio4SEO darauf gestoßen.

Das wäre doch mal interessant für eine gemeinschaftliche Studie bei der z.B. 100 SEOs eine Seite zu einem Suchbegriff blockieren und dann beobachten wir, was mit dem Ranking und der Sichtbarkeit der Seite passiert. Bloß wer stellt seine Seite zur Verfügung?

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Über den Autor: Ludwig Coenen ist Inhouse SEO, ausser Online-Marketing interessiert sich der Online-Journalist für alles rund um Bloggen, Journalismus im Netz - aber auch elektronische Musik und iPhone-Fotografie.
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