SPL Vitalizer im Test

von ludwig am 12. März 2010


SPL hat sich einen weiteren Studioklassiker zur Brust genommen und ihn als PlugIn für das virtuelle Rack herausgebracht. Der Vitalizer ist letztlich ein Studiostandard in Sachen Klangverbesserung und Psychoakustik, ein guter Teil des legendären SPL-Rufs dürfte auch auf ihn zurück zu führen sein. Dabei orientiert sich die Aufteilung der Bedien-Elemente an der Aufteilung des Frequenzspektrums in Bass-, Mitten- und Hochtonbereich. Jeder kann separat geregelt werden, wobei Bass- und Mitten-Filter miteinander verschaltet sind. Ein “Process“-Regler bestimmt jeweils, wie stark die Filterschaltungen ins Klanggeschehen eingreifen.

SPL vitalizer 300x300 SPL Vitalizer im Test

SPL Vitalizer

Generell und grundsätzlich anders als zum Beispiel durch einen Exciter fügt der Vitalizer nichts zum Klang hinzu, sondern nimmt eher etwas weg. Was sich zunächst unspektakulär anhört, im Ergebnis aber sehr zu überzeugen weiß. Grundlage ist hier die nichtlineare Wahrnehmung des Frequenzspektrums durch das menschliche Gehör. Und das gezielte Herausfiltern in bestimmten Bereichen hat eine so genannte demaskierende Wirkung, sprich: Die Reduzierung bestimmter Frequenzen legt Details des Klangbildes frei, die vorher überlagert wurden. Crispyness, Transparenz und Brillanz sind so nur ein paar Poti-Umdrehungen entfernt, ohne dass das Klangbild droht, zu künstlich aufpoliert und damit “gestresst“ zu klingen.

Zu Beginn des Signalflusses legt man mit dem Drive-Poti fest, mit welcher Lautheit das Signal in den Vitalizer fließt. Im Bassbereich erlaubt ein Hard/Soft-Poti, die Charekteristika des Bassbereichs einzustellen. Weich und mächtig oder hard und knackig – diese Funktion überzeugt bei der Software-Version genauso wie schon bei der Hardware-Ausgabe des Vitalizers. Mit dem ”Compression”-Regler können diese Änderungen am Bass gleichzeitig komprimiert und damit in ihrer Dynamik begrenzt werden, eine blaue Diode zeigt an, wenn die Kompression anfängt, aktiv zu werden. Ähnlich differenziert lassen sich Mitten und Höhen bearbeiten. Am Ende kann noch die Stereobasis verbreitert werden. Hier sollte man mit Augenmaß zur Sache gehen, sonst steht Ärger mit dem Mastering-Engineer ins Haus.

Alles in allem ist der Vitalizer so angelegt, dass man dazu neigt, intuitiv die richtigen Manipulationen am Klang vorzunehmen. Die Ausrichtung am menschlichen Gehör und die Tendenz zum dezenten Eingriff in den Klang stehen dem Vitalizer gut zu Gesicht und machen ihn auch als digitale Version (geschützt mit dem iLok-Dongle) zu einem vielseitigen Studiowerkzeug, dass wie sein Hardware-Vorgänger sicher schnell viele Fans finden wird.

  • Erhältlich für OS X und Windows
  • Native Version: RTAS, VST und AU: 239,50 Euro zzgl. MWSt.
  • TDM-Version (inkl. Lizenz für native Version): 385 Euro zzgl. MWSt.
  • Mehr Info bei SPL. Noch bis zum 31.12. gibt es 25% Rabatt im SPL Store.
  • Die Demo-Version gibt es hier.

Dieser Artikel erschien in der DE:BUG.

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