URS Everything EQ and Compressor Bundle im Test

Die Macher von URS haben schon der Linn 9000 und der MPC 60 ihre Seele eingehaucht. Dass satte, warme Sounds und digitale PlugIns kein Gegensatzpaar sind, beweisen sie mit ihrem EQ- und Kompressor-Bundle.

URS Everything EQ Bundle

URS Everything EQ Bundle

Vintage hin, Vintage her – wenn es darum geht, den Klang altehrwürdiger Sahnestücke der Kompressor- und Equalizer-Geschichte in die heimische DAW zu bringen, kann man sich über eines nicht beklagen: mangelnde Auswahl. Egal, ob die V-Series aus dem Hause Waves, Vintage-Bundles von Bombfactory oder Bluetubes von Nomad Factory oder DSP-Karten-basierte PlugIns von TC Electronic oder UAD – die Auswahl ist immens. Das soll uns aber nicht davon abhalten, einen weiteren Vertreter dieser Gattung vorzustellen: das “Everything EQ and Compressor Bundle“ von URS. Denn kaum ein anderes Bundle klingt derart gut und geht dabei gleichzeitig sparsam mit den Systemressourcen um.

 

Geschichte und Background
URS steht für “Unique Recording Software“ – gegründet wurde die Firma 2004 von Joanne und Bobby Nathan, bekannt von den legendären Unique Recording Studios in New York. Bobby Nathan kennen Gearjunkies vor allem auch als Designer – unter anderem solch illustrer Gerätschaften wie dem Prophet 5, der Drummachine Linn 9000, den ersten Akai-Samplern und der MPC-60.

Das Bundle
Soweit zum Hintergrund, nun zum Bundle: Es umfasst ganze 18 PlugIns, davon sind sechs Kompressoren, und der Rest setzt sich zusammen aus sechs parametrischen “Classic Console“-Equalizern, zwei graphischen Equalizern, sowie vier Program-Equalizern. Die Namen der PlugIns verraten, welche Hardwarevorbilder jeweils Pate standen: Bei den parametrischen und graphischen EQs sind es die Buchstaben “N“ (Neve), “S“ (SSL) und “A“ (API), bei den Programm-EQs leicht zu erratende Abwandlungen wie Fulltec (Pulltec) oder MotorCityEQ (für die Emulation des Motown-EQs). Die Kompressoren tragen jeweils eine Jahreszahl der klanglichen Ära im Namen: 1970, 1975 oder 1980.

Der Klang
Man könnte die ganze Musiktechnik-Rubrik dieser Ausgabe ohne Weiteres damit füllen, würde man alle PlugIns des Bundles und ihr jeweiliges Hardware-Idol auch nur oberflächlich vorstellen. Daher in aller Kürze: Die EQs klingen seidig und warm und greifen selbst bei Extrem-Einstellungen wohltuend musikalisch ins Klanggeschehen ein, wie man es von 0815-EQ-PlugIns nur selten kennt. Die Kompressoren arbeiten ebenfalls auf hohem klanglichen Niveau und färben gemäß der Vintage-Philosophie auch das Klangspektrum, statt einfach nur die Dynamik zu regulieren. Analoger Smack für die Drums, edle Outboard-Patina für Synths oder Vocals gehören dabei ebenso zu den Tugenden, wie das Zusammenschmelzen von Einzelsignalen, wenn man sie als Summenkompressoren nutzt.

Fazit
Drei höchst erfreuliche Kerneigenschaften ziehen sich wie ein roter Faden durch das ganze Bundle: erstens eine äußerst Ressourcen-schonende, sprich effiziente Programmierung. Zweitens eine einfache Bedienung, meistens eine optische 1:1 Kopie der Original-Geräte. Und last but not least, drittens, ein authentischer, sprich musikalischer Grundsound, der sich sehr nahe an den jeweils emulierten Originalen bewegt. Alle PlugIns unterstützen 48bit Double Precision Processing als TDM-Versionen und 64bit Double Precision Processing als RTAS-Versionen, was für zusätzlichen Headroom im Vergleich zu 24bit-PlugIns sorgt. Die höchste Auflösung ist 192kHz. Wer den etwas hoch wirkenden Preis des kompletten Bundles scheut, der kann sich seine favorisierten Vintage-Rosinen natürlich auch einzeln herauspicken.

URS

  • Verfügbar für RTAS/AU/VST, WIN XP/VISTA/MAC OSX (IntelMac und PPC)
  • Native Version 949 €
  • TDM für Pro Tools 1899 €
  • Kopierschutz: iLok-Dongle

Dieser Artikel erschien in der DE:BUG.

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