Uad-1 DSP Karte im Test

Uad-1 DSP Karte im Test

von ludwig am 12. März 2010


Die Kombinationen aus DSP-Karte samt passendem PlugIn-Bundle sind eindeutig auf dem Vormarsch, immer mehr Firmen bieten dementsprechende Produkte an. Sei es EMUs “Proteus X“ im unteren Preissegment oder eben Universal Audio mit seinem “UAD-1 Ultra Pak“ am oberen Ende der Skala. An fehlender Rechenleistung der Host-Computer kann diese Entwicklung eigentlich nicht liegen, nie waren sie leistungsfähiger als heute.

UAD1 Uad 1 DSP Karte im Test

UAD-1 DSP Karte

Dann schon eher an der doch sehr verbreiteten “Try before buy“-Mentalität vieler Audiosoftwarenutzer, die den Softwareschmieden das Leben schwer macht, da das “buy“ doch meistens ausbleibt. Hast du eine DSP-Karte im Rechner, dann ist es schon viel schwieriger, die dafür passenden PlugIns mal eben so als Warez beim Kumpel um die Ecke zu besorgen, denn: Die PlugIns sind an die Seriennummer der Karte gebunden. Diese Spekulationen mal beiseite gelassen, macht die Anschaffung einer solchen DSP-Karte in der Praxis aber durchaus Sinn und gehörig Spaß noch dazu. Denn sind die rechenintensiven Plugins erst mal auf die CPU der DSP-Karte ausgelagert, arbeitet der Host-Rechner doch wesentlich entspannter. Die freiwerdenden Ressourcen machen sich positiv bemerkbar, wie sonst nur der Kauf einer neuen CPU. Diesen großen Pluspunkt muss man allerdings mit der Einschränkung bezahlen, dass man – hat man sich für eine DSP-Karte entschieden – künftig an Produkte dieser Firma gebunden ist (sofern sie auf dieser Karte laufen sollen) und nicht wie bei normalen PlugIns die Wahl unter unzähligen Herstellern hat.

PlugIns Galore

Diese eingeschränkte Wahlmöglichkeit lässt sich aber erstaunlich leicht verschmerzen, wirft man einen Blick auf die Qualität der mitgelieferten PlugIns – in diesem Fall die 24 aus dem Hause Universal Audio, die mit der DSP-Karte UAD-1 im Ultra Pak mitgeliefert werden. Denn der unpartitionierte DSP-Chip mit Hardware-Dithering erlaubt nicht nur das Arbeiten mit bis zu 32Bit /192kHz hoher Auflösung, sondern eben auch sehr komplexe Algorithmen, die mit ihren aufwändigen Fließkomma-Berechnungen jede Host-CPU in die Knie zwingen würden. Und das hört man, keine Frage. Dabei hat sich UA auf den DSP-Nachbau von Analog-Legenden aus dem Masteringbereich spezialisiert und versucht deren Klang dank der Rechenpower der UAD-1 akkurat nachzumodellieren. Dabei sind solche Kompressor-Legenden wie der Fairchild 670, der Teletronix LA-2A oder EQ-Mythen wie der Pultec EQP-1A Program-Equalizer. Dazu noch phänomenale Eigenentwicklungen wie der Cambridge EQ – alles in allem echte Highlights in diesem Bundle. Vor allem der Pultec EQ, der mit einfachsten Mitteln jedem Mix Wärme und Druck verleiht, dabei sauber nur die gewünschten Frequenzen anhebt, ohne andere Frequenzbereiche zu verfärben. Auch sehr überzeugend ist der Cambridge EQ, ein parametrischer 5-Band-EQ, da er selbst kleinste Änderungen präzise ausführt und einfach sagenhaft gut klingt. Ich kenne zumindest kein EQ-PlugIn mit vergleichbaren Klangeigenschaften.

Und das war erst ein kleines Best-Off der mitgelieferten Plugins. Mit am Start sind nämlich neben den erwähnten Vintage-Plugs weitere Präzisions-Mastering-Instrumente wie der Precision EQ und der Precision Limiter, professionelle Werkzeuge, die teilweise das Audiosingal intern auf 192kHz hochsampeln, um mit höchstmöglicher Qualität aufwarten zu können. Ach ja, hochklassige Reverbs und Hallgeräte in Form von DreamVerb und RealVerb Pro und Plate 140 gibt es natürlich auch noch – neben unzähligen weiteren Plugins, für eine komplette Liste hilft ein Blick auf die UA Website.

Fazit

Klar, billig ist er nicht gerade, der UAD-1 Ultra Pak, dafür bekommt man aber auch ein umfangreiches Sortiment an hochklassigen PlugIns geboten, in einer professionellen Qualität, die in der Cubase/Logic-Welt ihres Gleichen sucht und Dank RTAS-Standard auch mit ProTools verbunden werden kann. Wer etwas weniger ausgeben will, sollte sich mal die kleineren Bundles zu Gemüte führen, die mit der gleichen Karte, jedoch mit weniger Plugs aufwarten. Bleibt noch zu erwähnen, dass sich auch mehrere Karten in einem System problemlos kombinieren lassen und man dabei per Load-Balance die DSP-Rechenlast spielend zwischen den Karten verteilen kann. Wer diese Karte im Rechner hat, kann aus seiner DSP-Trutzburg die Entwicklungen der übrigen PlugIn-Welt erst mal entspannt an sich vorbeischnurren lassen.

Dieser Artikel erschien in der DE:BUG.

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