SPL Transient Designer und EQ-Ranger im Test

SPL Transient Designer und EQ-Ranger im Test

von ludwig am 12. März 2010


SPL wagt erstmals selbst den Schritt Richtung Software und bringt seinen bewährten Transient Designer und das EQ-Ranger-Bundle als PlugIn heraus.

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SPL Transient Designer und EQ-Ranger VST-Plugins

SPL ist sicher einer der deutschen Hersteller von Soundequipment, mit dessen Namen am ehesten kompromisslose Qualität verbunden wird. Bislang beruhte der gute Ruf auf anspruchsvollen Hardware-Lösungen, nun möchte man auch mit Software punkten. Den Anfang machte einer der SPL-Klassiker schlechthin, der Transient Designer, der für die UAD-Karte in die virtuelle Welt gehievt wurde. Nun folgt eben dieser auch als native Version, flankiert vom dreiteiligen EQ-Ranger-Bundle.

Full,- Vox- und Bass-Ranger
Dies besteht aus drei passiven EQs, deren Frequenzbänder auf jeweils einen bestimmten Anwendungszweck abgestimmt wurden. Sie beruhen jeweils auf ihren Hardware-Vorbildern aus der SPL-Rackpack-Modulserie. Die Namen der drei – “Full Ranger“, “Vox Ranger“ und “Bass Ranger“ – verraten, wofür sie jeweils gedacht sind. Also einer für die ganze Frequenzbreite (16kHz-40Hz), einer für das Mittelfeld (4kHz-220Hz) und einer für das LowEnd (2kHz-30Hz). Zu den Reglern für die Frequenzbänder gibt es je vier Snapshot-Buttons zum schnellen Vergleichen der Einstellungen und einen Output-Gain – soweit so spartanisch.

Klang und Bedienung
Der Transient Designer wiederum ist ähnlich übersichtlich angelegt: Einschwingphase (Attack) und Ausschwingphase (Sustain) besitzen je einen stattlichen Poti, der ins Plus oder Minus gedreht werden kann, dazu noch einer für den Output – das war‘s. Man merkt schon, hier regiert Understatement. Man konzentriert sich aufs Wesentliche – den Klang. Und hier gibt es nichts auszusetzen, weder am Transient Designer noch an den EQ Rangern. Generell geht hier die Tendenz eher zum chirurgischen, musikalischen Korrigieren der Frequenzen als zum Brachialeingriff. Feine Korrekturen klingen samtig, aber auch stärkere Eingriffe bleiben stets im Rahmen des Angenehmen. Gleiches gilt für den Transient Designer: Er betont je nach Einstellung die Attacks oder die Sustainphase, ohne je dem Signal zu schaden. Klingt vielleicht auf den ersten Blick unspektakulär, erweist sich aber schnell als extrem hilfreiches Dynamik-Werkzeug, egal ob auf Drums, Synths, Vocals oder was auch immer man durch ihn hindurch schickt.

Interface-Gestaltung
Die stark an die wertig designte SPL-Hardware angelehnte Optik der vier PlugIns unterstützt den soliden Gesamteindruck auf ihre Weise – das Auge isst eben mit. Dazu beschränkt das reduzierte Aufgebot an Bedienelementen die Einarbeitungsphase auf wenige Minuten, da sich eigentlich alles sofort erschließt.

Fazit
Alles in allem hat man hier also eine exzellente Lösung für zwei entscheidende Bausteine des Produzierens und Abmischens: das Justieren der Frequenzen und die Anpassungen der Transienten. Hier enttäuscht SPL die hochgesteckten Erwartungen keineswegs und liefert Qualität ohne unnötigen Overhead an Zusatz- und Nebenfunktionen. Wer sich mit diesem Konzept anfreunden kann, sollte sich das Bundle mal näher anschauen. Das “Vol.1“ im Namen klingt auf jeden Fall verheißungsvoll und macht definitiv Lust auf mehr. Und siehe da: Kurz vor Drucklegung erschien mit “Twin Tube” gleich der nächste Teil der Reihe.

  • EQ Ranger: ca. 266 Euro
  • Transient Designer: ca. 222 Euro

SPL

Dieser Artikel erschien in der DE:BUG.

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