Slowakei und das System Piano: komplette Medienlandschaft hinter die Paywall

In der Slowakei sind seit gestern nahezu alle bedeutenden Online-Medien (inkl. Ableger von Print-Magazinen) Teil eines Paid Content-Systems names “Piano“. Wer Nachrichten lesen möchte muss dafür 2,90 Euro im Monat bezahlen. Ist das nicht ein interessanter Case, für alle Thesen, Vorurteile und Heilsversprechen rund um Paid Content? Hieß es doch immer: Paid Content funktioniert nicht, weil ja nicht alle mitmachen.

 

 

Hierzulande hat das Thema bislang kaum Resonanz, ausser dieser Vorankündigung vom Februar bei Digitale Notizen.  Treibende Kraft hinter dem Piano-System ist Tomáš Bella und seiner Firma nextbig, ehemaliger Chefredakteur von SME.sk, im BBC College of Journalism erklärt er seine Idee.

Das Paid-Content-System Pinao: diese Medien machen mit

Das Paid-Content-System Piano: diese Medien machen mit

Die NYT hat das Thema am 24.April (die ja selbst gerade auf Paid Content umschwenken) aufgegriffen, interessant, dass die Abrechnung über die Internet-Anschluss-Rechnung erfolgt:

To try to make users’ experience even more like cable television, he said, Piano Media is in talks with Internet providers about letting consumers pay for service with monthly Internet access bills.

Zu den Zielen des ganzen Unterfangens äußert er sich so:

Mr. Bella said the goal was to turn 5 percent to 15 percent of the four million Internet users in Slovakia into paying customers within four years. For its work, Piano Media will keep 30 percent of the revenue and distribute the rest to the participating sites on the basis of the amount of time users spend on them.

Ganz verstehe ich die Aufteilung nicht, welcher Anteil des Contents nun hinter die Paywall kommt und welcher nicht:

The papers will not necessarily put all of their content behind the pay wall. At SME, for example, the commentary section will be restricted to paying customers, but much of the general news will remain free.

Paid-Content-Modell für kleinere Länder?

Vielleicht ist es ja ein mögliches Modell für kleinere Medienmärkte. Einen Vorteil gibt es: In der Slowakei gibt es  bislang keine auf das Land lokalisierte Google News-Ausgabe.  Tomáš Bella kündigten schon an, sollte es in der Slowakei klappen, hat man schon die Tschechei, Dänemark und die Niederlande als nächste mögliche Märkte im Visier. Das ganze mutet etwas wie ein riesiges Experiment an, spannend ist es allemal.

Wie seht ihr das Thema? Freue mich über Meinungen dazu.

Mehr über Synthesizer & Co oder hier entlang zu Tests & Interviews oder über diesen Blog und wer ihn schreibt.  Neue Artikel als RSS abonnieren

3 Kommentare

  1. Pingback: » Schafft ein, zwei, viele Flatrates! Wolfgang Michal

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.