RME Fireface UC im Test

von ludwig am 17. März 2010


RME dürfte neben SPL eine DER deutschen Audiotechnik-Hersteller mit dem meisten Renomée in Sachen kompromissloser Qualität sein. Ihre Audiointerfaces Multi- bzw. Fireface haben sich nicht umsonst zu Studiostandards gemausert, Klang und Treiberstabilität sind legendär. Jetzt hat RME das Fireface in einer USB-Variante herausgebracht, wir haben uns das Fireface UC mal näher angesehen.

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RME Fireface UC - Audio-Interface mit USB-Anschluss

Das Fireface UC ist mit halber 19“ Breite kompakt gebaut und kommt optisch im gewohnt seriös-spröden RME-Look daher. Blau und mattes Hellgrau dominieren, die Verarbeitung ist hervorragend. Beim Einschalten muss man sich zwischen Mac und PC entscheiden, denn es sind zwei Firmware-Versionen integriert. Wie das Fireface 400 bietet auch das Fireface UC acht analoge Ein- und Ausgänge. Zwei der Eingänge sind als Klinke-XLR Combibuchsen ausgelegt und mit einem Mic- Preamp mit digital kontrolliertem Gain verbunden. Die anderen I/Os sind mit umschaltbarem Gain versehen (-10DBV oder +4dBu), die Eingänge 5-8 auf der Geräterückseite gehen sogar bis +19dBU Verstärkung.

Obendrein gibt es zweimal MIDI rein und zweimal MIDI raus, auf der digitalen Seite stehen ein ADAT oder SPDIF I/O und einmal SPDIF koaxial zur Verfügung. Wordclock Ein-/Ausgang gibt es auch. So kommt die kleine Kiste auf sage und schreibe 18 Anschlussmöglichkeiten – beachtlich für ein derart kompaktes Audiointerface.

Doch die eigentlichen Killerfeatures verbergen sich im Innern: Das Fireface UC ist auf minimale Latenzen ausgelegt, unter OS X geht es runter bis 14 Samples, in der Windows-Welt ist der kleinstmögliche Buffer 48 Samples. Das diese theoretisch niedrigsten Werte auch in der Praxis zum Einsatz kommen, dürfte aber eher selten der Fall sein. Für einen “knackserfreien” Betrieb benötigte ich mit Cubase 4 auf einem aktuellen Quadcore-PC 512 Samples Buffergröße. Was Stabilität angeht, steht der Audiotreiber des Fireface-UC den bisherigen Firewire-bestückten Interfaces von RME jedoch in nichts nach. Ganz zu schweigen vom Routing – hier erlaubt die TotalMix-Software von RME ein Schalten, Walten und Routen nahezu ohne Grenzen. Neun Submixe lassen sich erstellen, TotalMix ist derweil über MIDI steuerbar. Alle Einstellungen werden im Gerät gespeichert und stehen auch im Standalone-Betrieb ohne DAW zu Verfügung.

Der bisher beschriebene Funktionsumfang lässt es vermutlich erahnen: RME hat kein abgespecktes Gerät produziert, um im quirligen Markt für USB-Audiointerfaces mitzumischen. Nein, sie haben ihre Kerntugenden mitgenommen. Und das heißt vor allem: sensationelle Klangeigenschaften.Sei es eine ungeahnte Transparenz in den Höhen und Griffigkeit im Bassbereich bei der Audioausgabe oder ebenso hervorragende Qualität bei der Audioaufnahme. Hier glänzen die analogen Inputs ebenso wie die exzellenten Mic-Preamps.

Bedient wird das Gerät über einen einsamen Push-Encoder auf der Frontseite oder computerseitig über die Treibersoftware. Hier zeigt sich: Das Fireface UC kann enorm viel und lässt sich auf beinahe jeden beliebigen Einsatzzweck konfigurieren. Eine intuitive Bedienbarkeit, im Web-Business gerne “Joy of Use“ genannt, wie sie etwa beim Steinberg MR816 schön umgesetzt ist, tritt hier etwas in den Hintergrund. Mustergültiger Funktionsumfang und extrem kompakte Bauweise fordern hier Tribut. Dafür bekommt man ein professionelles Audiointerface, für das es als langfristiges Investment in Sachen Klang und Qualität in diesem Preissegment wenig Alternativen gibt.

  • Preis: ca. 900 Euro
  • RME

Dieser Artikel erschien in der DE:BUG.

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