Arturia Origin Synthesizer im Test

von ludwig am 12. März 2010


Nach dem “Analog Factory“-Keyboard-Controller tastet sich Arturia weiter in Richtung Hardware vor. Jetzt geht‘s um die Königsdisziplin: Klangerzeuger.

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Arturia Origin Synthesizer im Test

Dabei nicht gerade um einen Waldundwiesen-Synth, sondern man ist ehrgeizig und strebt mit dem “Origin“ gleich einen größeren Paukenschlag an. Dass der Weg vom PlugIn-Hersteller zur Hardware-Schmiede durchaus holprig sein kann, beweist nicht nur der mehrmals verschobene Release-Termin des Origin. Umso erfreuter waren wir, als wir einen Prototyp zum Testen in die Finger bekamen.

Das Konzept des Origin ist schnell erklärt, sein Funktionsumfang nicht. Nachdem man sich derart erfolgreich mit Emulationen von Analog-Legenden aus dem Hause Roland, Moog und Sequential einen Namen gemacht hat, nimmt man ein Best-Of der einzelnen Module und kreiert daraus einen Über-Synth, gegossen in Hardware. Leichter gesagt als getan, schließlich muss man nicht nur die Algorhythmen auf die zwei TigerSharc-DSP-Chips portieren, die im Origin verbaut sind. Man muss vor allem erst mal ein Interface schaffen, dass die anvisierte Funktionsvielfalt bedienbar macht. Schließlich ist der Origin ein Modularsystem, bei dem man sich bei allen Modulen (Filter, VCO, Oszillatoren, Wavetables) bei den Legenden nach Belieben bedienen kann. Ein paar Jupiter-8-Oszillatoren, kombiniert mit dem Wavetable-Oszillator vom Prophet VS plus Moogfilter? Easy. Dazu gibt es jeweils noch eine “Origin“-Variante jedes Moduls, die noch einmal über eigene Klangcharakteristika verfügt.

Schalten und Walten

Man ahnt es schon: Die denkbaren Kombinationen gehen ins Uferlose. Grenzen setzt nur die Rechenleistung, so ist ab etwa 20 Modulen Schluss. Aber das sollte erst mal reichen. Denn dazu gibt es noch einen Stepsequenzer, eine sehr gute Effekt-Sektion, die übliche Hüllkurven-Abteilung, einige weitere sehr hilfreiche Module und vieles mehr. Kontrolliert wird das Ganze über zahlreiche Push-Encoder-Potis, frei belegbar für den Schnellzugriff oder dezidiert zugeordnet, etwa über die so genannte Analog-Section. Hier können Filter, VCOs und Hüllkurven direkt angesprochen werden. Kontrolle darüber, was man da gerade veranstaltet, bietet das zentrale und große Farb-Display. Hier ist die Schaltzentrale: die Verdrahtung der Module, die Parameter-Belegungen des Stepsequenzers, die Einstellung der Effekte – alles wird hierüber dargestellt und zugeordnet. Klingt kompliziert, ist es aber nicht.

arriere noir Arturia Origin Synthesizer im Test

Arturia Origin: Interface und Bedienung

Und es ist schon ein Kunststück, das wirklich enorme Klangbau-Potential des Origin so bedienbar zu machen, dass man sich nicht vor lauter Überforderung nur aufs Preset-Skippen beschränkt. Und es ist Arturia hoch anzurechnen, dass ihnen dies so überzeugend gelungen ist. Eine geschickte Anordnung und Auswahl der Bedienelemente, eine klare Menüstruktur und die gelungene Visualisierung auf dem Display machen sich hier bezahlt. Und sie gewährleisten auch, dass der Origin sehr gut als Standalone-Synth einsetzbar ist, denn die geplante VST-Anbindung wird wohl zum Verkaufs-Start nicht verfügbar sein und später nachgereicht. Dennoch ist der Origin alles andere als unflexibel, denn Digital-Out, Midi I/O, sowie acht einzelne Analog-Outs hat er auch noch in petto.

Klang und Fazit

Wenn die Arturia-PlugIns seit jeher mit gutem Klang überzeugen, der Origin ist noch mal eine ganz andere Liga. Facettenreich, bestechend in jeder Klangkategorie, immer enorm präsent und dabei ausgesprochen lebendig im Sound – hier muss sich Arturias Erstlings-Hardware-Werk vor niemandem verstecken. Und die Konkurrenz ist mit Virus TI oder Clavias Nord Modular definitiv alles andere als schwach auf der Brust. Aber wer wenn nicht der Origin hätte das Potential, sich in diesem anspruchsvollen Marktsegment einen Namen zu machen. So einen Synth gibt es nicht alle Tage, unbedingt antesten!

Dieser Artikel erschien in der DE:BUG.

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